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Der Impuls für einen Welt-Sepsis-Tag kam von den Betroffenen selbst. Sie haben sich in der Deutschen Sepsis-Hilfe (DSH) zusammengeschlossen. Die Deutsche Sepsis-Gesellschaft (DSG) griff diese Idee auf und trieb sie in Zusammenarbeit mit der Global Sepsis Alliance (GSA) international voran. Im Jahr 2012 war es so weit: Mit dem jährlich am 13. September stattfindenden internationalen „World Sepsis Day“ soll weltweit auf die gefährliche Komplikation bei Infektionen aufmerksam gemacht und so Leben gerettet werden.

 

Teufelskreis Blutvergiftung: Wenn ein einzelner Entzündungsherd eine komplexe systemische Entzündungsreaktion hervorruft

Die Sepsis ist definiert als eine komplexe systemische Entzündungsreaktion. Sie ist damit die schwerste Komplikation bei Infektionen. Im Volksmund wird die Sepsis auch „Blutvergiftung“ genannt und damit ein Symptom des Teufelskreises beschrieben. Da die körpereigene Immunabwehr die Infektion lokal nicht unter Kontrolle bekommt, können die von Bakterien oder Pilzen ausgeschiedenen Toxine den kompletten Organismus über die Blutbahn überschwemmen und überall schwere Entzündungen auslösen. Die Folgen einer schweren Sepsis sind gravierend: Es droht ein Multi-Organ-Versagen, weil der Kreislauf zusammenbricht.

Allein in Deutschland sterben pro Tag im Schnitt 154 Patienten an einer Sepsis und damit ähnlich so viele wie an einem Herzinfarkt. Das sind pro Jahr 56.000 Tote, die auf das Konto der Blutvergiftung gehen. Mehr als ein Drittel aller Sepsis-Patienten erliegen den Folgen der Entzündungsreaktion, sodass man von rund 154.000 Sepsis-Fällen jährlich allein in Deutschland ausgehen muss. Die Sepsis gehört damit zu den heimlichen Killern, denn sie nimmt eigentlich Platz 3 der häufigsten Todesursachen ein. Jedoch taucht sie in dieser Statistik gar nicht direkt auf, denn dort werden nur die verschiedenen Grunderkrankungen aufgeführt. Somit zeichnet die Statistik der Todesursachen in puncto Gefährlichkeit der Sepsis ein verzerrtes Bild.

Besonders gefährdet sind zwar Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.
Jedoch kann jeder Patient unabhängig von Alter und Gewicht eine Sepsis entwickeln: das nur 500 Gramm schwere Frühchen, die durchtrainierte 55-Kilo-Tennisspielerin mit Kreuzbandriss und genauso der 250 Kilogramm schwere Patient mit Magen-Bypass-Operation.

Die Sepsis verursacht enorme Kosten im Gesundheitssystem, da bei einem septischen Schock der Patient intensivmedizinisch behandelt werden muss, um sein Leben zu retten. Nur eine frühzeitige Diagnose und damit ein rechtzeitiger Therapiebeginn kann Schlimmeres verhindern. Doch die Erkrankung ist tückisch, denn die ersten Anzeichen einer drohenden Sepsis werden allzu leicht übersehen: Fieber, Unwohlsein und eine schnellere Atmung lassen zunächst eher auf einen harmlosen Infekt schließen. Kommen Durchblutungsstörungen, starker Schüttelfrost, Hautverfärbungen, Schläfrigkeit und Verwirrtheit dazu, ist das komplette Know-how der modernen Intensivmedizin gefordert.

 

Mesenchymale Stammzellen übernehmen Sanitäter-Aufgaben bei kranken Zellen

Wie man eine drohende Sepsis besser vorhersagen beziehungsweise einen septischen Schock effektiver behandeln kann, daran arbeiten Mediziner weltweit. Um die massiven Organschäden bei einer schweren Sepsis in den Griff zu bekommen, setzen Ärzte und Wissenschaftler auch auf die Kraft der Stammzellen. Denn ihre von der Natur vorgesehene Aufgabe ist es, zu reparieren und zu regenerieren.

Besonderes Interesse haben dabei die mesenchymalen Stammzellen (MSC) geweckt. Sie werden gerne auch als „körpereigene Mikrosanitäter“ bezeichnet, denn sie können geschädigte Zellen mit Hilfsstoffen, Erbgut-Abschriften (mRNA) und sogar mit Organellen versorgen. 

Im Labor wurde bei Zellkulturen in der Petrischale beobachtet, dass mesenchymale Stammzellen über lange, hauchdünne Röhrchen mit kranken Zellen in Kontakt treten. Diese kleinen Röhrchen dienen als Transportkanal. Ausgetauscht werden darüber sogar Mitochondrien. Die kleinen „Zellkraftwerke“ sind für die Energieversorgung der Zelle zuständig. Und genau davon braucht eine durch eine Entzündung geschädigte Zelle mehr als sonst. Zwischen den kranken Zellen und den mesenchymalen Stammzellen findet so eine Mikrotransfusion statt, um den drohenden Zelltod abzuwenden. Daneben produzieren die „Wunderzellen“ auch Botenstoffe, wie das wachstumsfördernde IGF-1 (Insulin-like growth factor 1). Die mesenchymalen Stammzellen können außerdem immunmodulierend eingreifen und so auf eine überschießende Abwehrreaktion mäßigend einwirken. Und genau das passiert bei einer Sepsis. Die lokale Immunantwort auf eine Infektion entgleist und führt zu einer Entzündungsreaktion, die den gesamten Körper erfasst. Die großen Mengen an Botenstoffen führen zu Schwellungen, in deren Folge es zu Durchblutungsstörungen und in den abgeschnürten Geweben auch zu Sauerstoffmangel kommen kann. Diese drastischen Abwehrmaßnahmen nutzen jedoch für die Bekämpfung des eigentlichen Erregers nichts.

Nach dem Willen der Mediziner sollen die mesenchymalen Stammzellen in Zukunft genau an dieser Stelle ihr „Beschwichtigungs-Potential“ entfalten und die Immunreaktion wieder in geordnete und zielführende Bahnen lenken.

 

Die besonderen Eigenschaften sind das große medizinische Kapital der neonatalen Stammzellen

Wer weiß schon, was die Zukunft bringt? Doch es gibt Möglichkeiten der Absicherung. Das Einlagern von Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe ist eine Investition in die gesundheitliche Zukunft, denn damit lässt sich der einmalige „Schatz aus der Nabelschnur“ für spätere Therapien sichern. Das Nabelschnurblut ist nämlich reich an hämatopoetischen, also blutbildenden Stammzellen, während das Nabelschnurgewebe besonders viele mesenchymale Stammzellen enthält. Durch die Kryokonservierung können diese „Alleskönnerzellen“ über viele Jahrzehnte hinweg aufbewahrt werden. Im Kälteschlaf altern die neonatalen Stammzellen, wie die Nabelschnur-Stammzellen auch genannt werden, nicht und behalten all ihre ganz besonderen Eigenschaften bei. Für den medizinischen Einsatz sind sie geradezu prädestiniert, denn sie sind besonders jung und damit noch extrem teilungsfreudig und flexibel. Außerdem konnten ihnen auch durch den Schutz der Plazenta im Mutterleib Viren, Bakterien und Umwelteinflüsse noch nicht viel ausmachen.

Die Gewebemerkmale der eigenen Stammzellen passen im Falle der Eigenanwendung immer zu 100 Prozent. Innerhalb der Familie stehen die statistischen Chancen außerdem nicht schlecht, dass die Stammzellen einem nahen Familienmitglied, wie beispielsweise einem Geschwisterkind, im Ernstfall helfen können. Durch die Lagerung im Kryotank sind sie bei Bedarf sofort verfügbar. Und noch einen weiteren Vorteil werfen die neonatalen Stammzellen in die Waagschale: Sie lassen sich durch eine einfache Punktion der Nabelvene gewinnen. Diese kleine Prozedur unmittelbar im Anschluss an die Geburt ist für Mutter und Kind vollkommen risikolos und schmerzfrei.

Vita 34 möchte, dass jedes heute in Deutschland geborene Baby die Chance auf ein eigenes Stammzelldepot bekommt, denn die Stammzellen aus der Nabelschnur sind zum Wegwerfen viel zu schade. Experten schätzen, dass in Zukunft jeder siebte Mensch im Laufe seines Lebens eine Behandlung mit Stammzellen benötigen wird. Bereits heute können über 80 Krankheiten mit Hilfe der Nabelschnurblut-Stammzellen therapiert werden. Wenn Sie einen Überblick über alle behandelbaren Krankheitsbilder anfordern möchten, dann kontaktieren Sie am besten den Vita 34-Kundenservice. Am einfachsten und schnellsten geht dies, indem Sie die kostenlose Infoline unter 00800 034 00 000 anrufen. Gern zeigen unsere Mitarbeiter auch das Potenzial der verschiedenen Stammzelltypen auf.

 

Der Welt-Sepsis-Tag soll einmal im Jahr auf die gefürchtete Komplikation bei Infektionen aufmerksam machen. Doch achten Sie besser das ganze Jahr über auf die empfohlenen, allgemeinen Präventionsmaßnahmen: Waschen Sie sich mehrmals am Tag gründlich die Hände. So verhindern Sie, dass sich pathogene Keime auf der Haut ansiedeln und in Wunden eingeschleust werden können. Selbst kleine Wunden sollten Sie umgehend versorgen und desinfizieren. Überprüfen Sie außerdem regelmäßig Ihren Impfstatus. So sind Sie besser vor schweren Infektionen geschützt und Ihr Immunsystem bleibt im „Training“.